I D E N T I T Ä T S A R B E I T
“Reden mag Silber und Schweigen Gold sein, aber sich selbst auf einen Blick, in seiner Gesamtheit zu sehen, ist wie sein höchstes Gut auf einmal zu betrachten: Das Geheimnis dafür, ist die persönliche Identitätsarbeit.”
V I N C E N T C. K Ü N G Geschäftsführer
Jede Identität wird durch die persönliche Identitätsarbeit – dank dem anerkannten Konsilienz-Modell – höchst individuell steuerbar.
Identitätsarbeit:
Detaillierte Erklärung des Begriffes
Jeder Mensch ist als Baby auf die Welt gekommen. Körper, Geist und Seele berühren oft wie ein wahr gewordenes Wunder. Dann lernen die Kleinen vieles oder noch mehr, unmittelbar von den Eltern. Viele gehen in die Spielgruppe, in den Kindergarten, später zur Schule. Dann kommt der Schritt in eine Ausbildung oder ins Studium. Viele machen dazwischen immer wieder Prüfungen. In der Lebensschule oder gleich im richtigen Leben.
Diese individuelle Verknüpfungsarbeit, die einzelnen Erfahrungsfragmente müssen zuerst einmal neutralisiert, in einem sinnhaften Zusammenhang zu einander stehen.
Irgendwann ist für die Meisten ein gewisser Status erreicht. Später nimmt es sogar noch viel weniger Menschen wunder, wer Sie sind und wo Sie gerade stehen. Damit wird die persönliche Identität oft dem Zufall oder dem Schicksal überlassen.
Dabei gäbe es eine reelle Chance, an seinem Lebensweg eigenverantwortlich bis zum Ende, an sich zu arbeiten. Die persönliche Identitätsarbeit lanciert diese selbstwirksame Fähigkeit. Dieses Schaffen startet mit einer offenen, lösungsorientierten und positiven Grundeinstellung.
Aufbauend auf einer hoch-individualisierten Gesellschaft verstand Christof Küng seit Jahrzehnten eine Identität als individuelles Rahmenkonzept einer Person, innerhalb dessen sie ihre Erfahrungen interpretiert und das ihr als Basis für alltägliche Identitätsarbeit dient.
In dieser Identitätsarbeit versucht nun jeder Mensch, situative stimmige Passungen zwischen inneren und äusseren Erfahrungen, dem subjektiven „Innen“ und dem gesellschaftlichen „Aussen“ zu schaffen und unterschiedliche Felder zu verknüpfen, um sich so individuell und sozial zu verorten.
Dabei kommt es auf die individuelle Passungs- und Identitätsarbeit an, also auf die Fähigkeit von Handlungen, zur „Selbstorganisation", zum "Selbsttätigwerden" oder zur „Selbsteinbettung".
Damit beginnt das langsame Verstehen, wie Handlungsfelder zusammenspielen. Und zum Schluss folgt die fortlaufende Entwicklung Deiner Indikatoren. Grundlage für diesen holistischen Ansatz ist das Jahrzehnte lang bewiesene Konsilienz-Modell.
Damit kann jeder Mensch – tagtäglich – innerhalb des sehr einfachen Konsilienz-Modelles dynamische Impulse, Normen, Ansprüche, Kontrollen, Vorschriften, aber auch Wünsche oder Hoffnungen mit Selbstmanagement effektiv verwalten.
Nur so werden in jeder Identität individuelle Erlebnisse und Erfahrungen fortlaufend in Balance gebracht. Von der Geburt, Kindheit, Adoleszenz, im Erwachsenenalter, der Pension bis zum Tod.
In jeder Identität kumulieren schliesslich sämtliche Indikatoren zu einer „Momentaufnahme“, die im nächsten Augenblick schon wieder neu aufgenommen werden müsste. Genau dieser dynamische Prozess ist Deine Identitätsarbeit.
Schlussfazit:
Die Identitätsarbeit ist der lebenslange, aktive Prozess, bei dem Einzelpersonen ein kohärentes Gefühl der eigenen Identität entwickeln. Dazu fügen Menschen sämtliche Erfahrungen – durch „Patchwork“ – in einemstimmigen Selbstbild zusammen. Jede Identitäsarbeit ist darum eine dynamische Anpassung zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Vorgaben. Es ist eine Art Verknüpfen von Erfahrungen und Selbstwahrnehmungen zu einem Sinnzusammenhang. Zudem gibt es eine ständige Passungsarbeit – oder ein Austarieren – zwischen authentisches Selbstbild und äusseren Erwartungen. Identitätsarbeit ist ein lebenslanges Projekt und nicht die Übernahme vorgefertigter Identitäten, sondern die kontinuierliche Gestaltung und Umsetzung des eigenen Lebensentwurfs.